SO Journal Frühjahr - page 43

ass uns doch mal ins Ballett gehen«, sagte ich zu meiner
Tochter vor ein paar Monaten. »Du bist nun 16 Jahre alt
und interessierst Dich doch für Tanz und Musik.« Aus
dieser Idee entstand ein Besuch der zehnten Schulkasse
meiner Tochter im Hamburger Ballettzentrum – John
Neumeier mit anschließendem Besuch der »Liliom«-Vorstellung.
Was wir dabei erlebten, waren anrührende Stunden, in denen junge
Menschen Kultur auf ganz besondere Art und Weise erleben konn-
ten.Wir sahen, wie 12-jährigeMädchen der Ballettschule trainierten
und mit welcher Leidenschaft Schüler ihre Abschlussaufführungen
probten. Mir sind die ersten Schritte der kleinen Theaterkünstler
ebenso wichtig wie der große Bühnenauftritt. Die Disziplin, vor
allem aber die Passion dieser jungen Menschen machten den späte-
ren Ballettbesuch für uns zu einem einzigartigen Erlebnis. Ergrei-
fend war es zu erleben, dass die Schulklasse meiner Tochter in eine,
ja andere Welt eintauchte.
Eigentlich ist es unwichtig, ob die Jugendlichen mehr vom Tanz
oder von der Musik der NDR Bigband in »Liliom« fasziniert waren,
die in ständigemDialog mit dem Sinfonieorchester stand, oder aber
von dem Thema des Stückes, das ihrer innerenWelt und ihren The-
men so nahe kam. Sie waren angerührt und begeistert von einer kul-
turellen Ausdrucksform, mit der sie bisher nur wenig in Berührung
gekommen waren. Sie waren überrascht und hatten nicht erwartet,
dass Ballett so fesselnd sein kann. Als Jazzsängerin hatte selbst ich
nicht damit gerechnet, diese Musik in einer Ballettaufführung zu
hören.
In meiner langjährigen Arbeit mit Jugendlichen, dem Versuch,
ihnen Zugang zu verschiedenen kulturellen Ausdrucksformen zu
ermöglichen und Offenheit beizubringen, war der Besuch hochin-
teressant. Besonders war nicht nur der Blick hinter die Kulissen, son-
dern auch der Dialog mit Tänzern und Ballettschülern, die bereits
auf hohem Niveau arbeiten und auf der Bühne unerreichbar er-
scheinen. Gerade die Authenizität war es, die auf die Jugend über-
sprang. Die Glaubhaftigkeit und Überzeugung, die diese Ballett-
schüler und Tänzer ausstrahlen, treffen jedes junge und auch ältere
Herz.Als langjährige Pädagogin in der Ausbildung Jugendlicher und
Leiterin einer Musikschule kann ich sagen, wie wichtig es für Kinder
und Jugendliche ist, solche Vorbilder hautnah zu erleben. Es spornt
sie an und stärkt ihre eigenen Kompetenzen. Es kann ihren eigenen
Weg anregen, verändern, oder überhaupt in Gang setzen.
Es wäre geradezu wünschenswert, dass viele Kinder und Jugend-
liche mit jungen Tänzern undMusikern in Berührung kommen, die
ihre Leidenschaft gefunden haben und ihr diszipliniert und ent-
schlossen nachgehen. Dies könnte einen Schneeballeffekt auslösen,
der nicht nur die Kultur in den unterschiedlichsten Bereichen an-
regt. Ziel sollte es sein, dass alle sich als ein Teil kulturellen Handelns
mit vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten verstehen und Neuemmit
Offenheit begegnen.
Dafür benötigt es sicherlich viel Arbeit ,Mut und Kraft vonMen-
schen, deren Passion es ist, Kultur lebendig zu machen und zu den
Menschen zu bringen. Sie bunt und lebensnah zu gestalten. Für
Könner und Anfänger. Jung und Alt. Vor und hinter der Bühne.
Neuen Vorbildern ganz nah
Erste Ballett- und Theatererfahrungen von Schülern
KARIN KLOSE
ist diplomierte Musik- und
Rhythmiklehrerin. Seit 20 Jahren unter-
richtet sie an der Fachschule für Sozial-
pädagogik Altona. Im Jahr 2012 eröffnete
sie ihre eigene Musikschule und leitet
zudem diverse Chöre. Ihre langjährige Er-
fahrung als Sängerin im Bereich Pop und
Jazz prägen ihre Arbeit der Stimmbildung
und des Gesangsunterrichtes.
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JOURNAL 4.2013/14
IMPRESSUM | KARTENSERVICE
Herausgeber:
Hamburgische Staatsoper GmbH, Große Theaterstr. 25, 20354 Hamburg |
Geschäftsführung:
Simone Young, Opernintendantin und Generalmusikdirektorin /
John Neumeier, Ballettintendant / Detlef Meierjohann, Geschäftsführender Direktor |
Konzeption und Redaktion
: Dramaturgie, Pressestelle, Marketing; Bettina Bermbach,
Annedore Cordes, Matthias Forster, Kerstin Schüssler-Bach (Oper); André Podschun, Jérôme Cholet (Ballett) |
Autoren:
Kathrin Barthels, Daniela Becker, Thomas Deistler,
Francis Hüsers, Karin Klose, Daniela Rothensee, Marcus Stäbler |
Mitarbeit:
Daniela Becker |
Opernrätsel:
Moritz Lieb |
Fotos:
Holger Badekow, Lukas Beck, Brinkhoff/Mö-
genburg, Alena Bolkvadze, Marco Borggreve, Brigitte Dummer, Berthold Fabricius, Karl und Monika Forster, Hamburger AZ Photos, Jürgen Joost, Jörn Kipping, Ann-
Christine Krings, Maja Metz, Enrico Nawrath, Keith Pattinson, Marcus Renner, Monika Rittershaus, Eiichiro Sakata, Lennart Sjoeberg, Bernd Uhlig, Kurt-Michael
Westermann, Archiv der Hamburgischen Staatsoper |
Titel:
Monika Rittershaus |
Gestaltung:
Annedore Cordes, Holger Badekow (Ballett) |
Anzeigenvertretung:
Antje
Sievert Tel.: 040/450 698 03,
|
Litho:
Repro Studio Kroke |
Druck:
Hartung Druck +Medien GmbH
Tageskasse:
Große Theaterstraße 25, 20354 Hamburg
Montags bis Sonnabends: 10.00 bis 18.30 Uhr
Sonn- und Feiertags für den Vorverkauf geschlossen.
Die Abendkasse
öffnet 90 Minuten vor Beginn der
Aufführung. Es werden ausschließlich Karten für die je-
weilige Vorstellung verkauft.
Telefonischer Kartenvorverkauf:
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Montags bis Sonnabends: 10.00 bis 18.30 Uhr
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