Musikalische
Leitung
Pietro Rizzo
Chor
Christian Günther
Ascanio Petrucci
Alin Anca
Oloferno Vitellozzo
Sergiu Saplacan
Gubetta
Florian Spiess
Rustighello
Jun-Sang Han
Astolfo
Szymon Kobylinski
Premiere A
26. März 2014
19.00 Uhr
Premiere B
30. März 2014
19.00 Uhr
Aufführung
3. April 2014
19.00 Uhr
OPER
Premiere
»Lucrezia Borgia« (konzertante Aufführung)
»Königin in der Manege« –
Edita Gruberova singt Lucrezia Borgia
Drei Mal steht Donizettis Renaissance-Drama auf dem Spielplan: Neben Edita
Gruberova sind Stars wie
José Bros
und
Adrian Sâmpetrean
zu Gast in Hamburg.
Sein Debüt am Pult der Philharmoniker gibt der italienische Dirigent
Pietro Rizzo
.
Don Alfonso
Adrian Sâmpetrean
Lucrezia
Edita Gruberova
Gennaro
José Bros
Maffio Orsini
Cristina Damian
Jeppo Liverotto
Jürgen Sacher
Apostolo Gazella
Jan Buchwald
Inhalt der Oper
Der junge Gennaro kennt weder Vater noch Mutter.
Er fühlt sich zu der ihm eigentlich verhassten Lucrezia
Borgia aus unerklärlichen Gründen hingezogen. Lucre-
zias Ehemann Alfonso, Herzog von Ferrara, hält den
Jungen für einen der vielen Liebhaber seiner Frau und
plant dessen Ermordung. Mithilfe raffinierter Winkel-
züge gelingt das Vorhaben – mehr noch, Lucrezia wird
zum Mord an ihrem eigenen Sohn getrieben. Sterbend
erfährt Gennaro, warum er sich so stark zu Lucrezia hin-
gezogen fühlte. Sie ist seine Mutter.
Lucrezia Borgia
Die italienisch-spanische Herzogin Lucrezia, unehe-
liche Tochter Papst Alexanders VI. und Schwester von
Cesare, verkörperte, wie die gesamte Sippe der Borgia,
die Machtgier und moralische Korruption des Papst-
tums in der Renaissance. Lucrezia Borgia galt über Jahr-
hunderte als Inbegriff für Giftmischerei, Ehebruch und
Inzest. Solche Vorwürfe hatten ihren Ursprung in den
Gerüchten und Verleumdungen ihrer eigenen Zeit und
wurden bewusst von Historikern und Autoren in deren
Werken aufgegriffen und verstärkt. Erst die neuere Ge-
schichtsforschung betrachtete Lucrezia Borgia in einem
differenzierten Licht und stellte zahlreiche Anklagen zu-
mindest in Frage.
Gleichwohl gibt es wenige Frauen der Weltge-
schichte, die Maler, Dichter und Geschichtenerzähler so
stark inspiriert haben wie die schöne, mächtige Herzo-
gin Lucrezia. Hollywood widmete ihr und ihrem Clan
zahlreiche Filme – bis hin zu Francis Ford Coppolas le-
gendärer »Pate«-Trilogie, für die sich der Autor Mario
Puzo beimVerfassen des Drehbuches von der Geschich-
te der berühmten Renaissancefamilie inspirieren ließ.
Selbst in jüngster Zeit sind die Ereignisse um das
mächtige Herrschergeschlecht von Interesse. Gleich
zwei Fernsehserien wetteiferten umdie Deutungsmacht
in Sachen Borgia, beide jeweils angereichert mit einer
gehörigen Portion Sex and Crime.
Monster und Mutter
»Man stecke in das Monster eine Mutter; und schon
wird das Monster alle in seinen Bann ziehen und alle zum
Weinen bringen, und dieses Geschöpf, das vorher alle in
Angst versetzt hat, wird Mitleid erregen, und diese abar-
tige Seele wird in den Augen des Publikums beinahe schön
erscheinen.« (Victor Hugo, Vorwort zu »Lucrèce Borgia«)
Im 19. Jahrhundert widmete der große Romancier
und Dramatiker Victor Hugo der Papsttochter ein
Drama, das wenig später durch den Librettisten Felice
Romani zu einem Operntext geformt wurde. Wie viele
andere Schöpfer historischer Dramen gestaltete Hugo
den Stoff mit großzügiger literarischer Freiheit, da es in
erster Linie um bühnenwirksame und spektakuläre
Handlungen ging, wie sie vom zeitgenössischen Publi-
kumverlangt wurden.Vergleichbar mit »Le roi s’amuse«
(Der König amüsiert sich) – Verdis spätere Vorlage für
»Rigoletto« – ist auch »Lucrèce Borgia« ein Drama der
»Wie aber preis ich
dir mit würd’gem
Munde/Die hoheits-
volle edle Herzogin
Lucrezia Borgia? Die
mit jeder Stunde/
An Schönheit wächst
und an Tugend.«
Ariost
10
JOURNAL 4.2013/14