4.2013/14 JOURNAL
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WOLFGANG AMADEUS MOZART
Don Giovanni
Musikalische Leitung:
Stefan Soltesz
Inszenierung:
Doris Dörrie
Bühnenbild und Kostüme:
Bernd Lepel
Choreografie:
Tadashi Endo
Licht:
Linus Fellbom
Chor:
Christian Günther
Spielleitung:
Heiko Hentschel
Don Giovanni
Simon Orfila
Donna Anna
Inga Kalna
Don Ottavio
Jun-Sang Han
Il Commendatore
Ziyan Atfeh
Donna Elvira
Cristina Damian
Leporello
Alin Anca
Masetto
Szymon Kobylinski
Zerlina
Rebecca Jo Loeb
La Morte
Eric Miot
Unterstützt durch die Stiftung zur
Förderung der Hamburgischen Staatsoper.
Aufführungen
15., 21., 28. Februar 2014, 19.00 Uhr
23. Februar, 18.00 Uhr
WOLFGANG AMADEUS MOZART
Così fan tutte
Musikalische Leitung:
Nicholas Carter
Inszenierung und Bühnenbild:
Marco Arturo Marelli
Kostüme
Dagmar Niefind-Marelli
Licht:
Manfred Voss
Chor:
Christian Günther
Spielleitung:
Wolfgang Bücker
Fiordiligi
Vida Mikneviciute
Dorabella
Maria Makina
Guilelmo
Viktor Rud
Ferrando
Dovlet Nurgeldiyev
Despina
Gabriele Rossmanith
Don Alfonso
Tigran Martirossian
Aufführungen
11., 13. März 2014,
19.00 Uhr
15. März, 19.30 Uhr
Marathon mit Mozart
… denn ich liebe daß die aria einem Sän-
ger so accurat angemessen sey, wie ein gut-
machts Kleid«
Wolfgang Amadeus Mozart
u Mozarts Zeiten und bis weit
ins 19. Jahrhundert hinein war
die Uraufführung einer Oper
Gemeinschaftsarbeit zwischen
Komponist und Sänger. Da den
Komponisten die ausführenden Sänger be-
kannt waren, konnte der Charakter der Mu-
sik genau auf sie abgestimmt werden. Als
dieseWerke ins Repertoire der Opernhäuser
aufgenommen wurden, unterschied man
kaum zwischen einem Mozart- oder Rossi-
nistil, die Sänger entschieden selbst, wie sie
ihre stimmlichen Vorzüge wirkungsvoll in
einer Partie zur Geltung bringen konnten.
Viel später, etwa in den 1950-Jahren setzte
sich ein bestimmter Mozartstil durch, der
sich, gefördert durch die Schallplatten-Ge-
samtaufnahmen, u. a. von Glyndebourne
und Wien aus entwickelt hatte. Dieser Stil
gilt bis jetzt als maßgeblich, obwohl sich in
den letzten Jahrzehnten die Aufführungs-
praxis gewandelt hat und der Begriff »Mo-
zartstil« wieder dehnbarer geworden ist.
Heute widmen sich junge Sänger oft den
Rollen inMozarts Opern, bevor sie sichAuf-
gaben im schwereren Fach zuwenden.
Wer in den letzten Jahren Aufführungen
von Mozartopern besucht oder aufmerk-
samdie Besetzungslisten der Spielpläne stu-
diert hat, dem dürfte nicht entgangen sein,
dass das Hamburger Haus ein leistungsstar-
kes Ensemble vorzuweisen hat, und dass für
die Hauptrollen in diesen Werken oft meh-
rere qualifizierte Sänger bereitstehen. So
sind die aktuellen Aufführungsserien der
beiden DaPonte-Klassiker »Don Giovanni«
und »Così fan tutte« wieder weitgehend –
außer Simon Orfila (Don Giovanni) und
ZiyanAtfeh (Il Commendatore) – mit aktu-
ellen oder ehemaligen Ensemblemitgliedern
besetzt. Da ist beispielsweise der turkmeni-
sche Tenor
Dovlet Nurgeldiyev
, der als Don
Ottavio umjubelter Mittelpunkt bei der
»Don Giovanni«-Premiere im September
2011 war. Er wird nun zum ersten Mal den
Ferrando in »Così fan tutte« singen. Der Ko-
reaner
Jun-Sang Han
, in den letzten Jahren
oft als »Zauberflöten«-Tamino auf der Büh-
ne, wechselt von Ferrando im letzten zu
Don Ottavio in diesem Jahr. In der Rolle des
Leporello stellt sich der rumänische Bass
Alin Anca
als neues Ensemblemitglied vor.
Zum ersten Mal in der »Don Giovanni«-
Mannschaft wird
Rebecca Jo Loeb
sein,
die sich als Dorabella in »Così fan tutte«
oder als Cherubino in »Le Nozze di Figaro«
bereits als Mozart-Interpretin profilieren
konnte. Die russische Sopranistin
Maria
Markina
gestaltete in der Premierenserie des
von der Filmregisseurin Doris Dörrie insze-
nierten »Don Giovanni« die Zerlina. Nach
Cherubino und der Zweiten Dame (»Die
Zauberflöte«) folgt nun mit der Dorabella
in »Così fan tutte« eine weitere Mozartpar-
tie. Vom strengen Übervater zum zynischen
Philosophen: Einer der früheren Commen-
datores
Tigran Martirossian
verleiht im
März erstmals Don Alfonso Gestalt und
Stimme. Als Gäste kehren die ehemaligen
Ensemblesängerinnen
Inga Kalna
(Donna
Anna) und
Vida Mikneviciute
(Fiordiligi)
an die Alster zurück. Weitere Kräfte des
Hauses an der Dammtorstraße wie
Cristina
Damian
(Donna Elvira),
Viktor Rud
(Gui-
lelmo) und
Szymon Kobylinski
(Masetto)
haben ihre Rollen auch schon in den ver-
gangenen Jahren präsentiert. Die Hambur-
ger Kammersängerin
Gabriele Rossmanith
hat u. a. als Susanna, Pamina und Zerlina im
Mozartrepertoire Glanzpunkte gesetzt. Im
März singt sie wieder Despina, die sie bereits
bei der Premiere von »Così fan tutte« im
Jahr 1991 verkörpert hat. Um das familiär
anmutende Bild abzurunden: »Don Gio-
vanni« wird von
Stefan Soltesz
geleitet,
einem ehemaligen Hamburger Kapellmeis-
ter, der seit vielen Jahren zur international
renommierten Dirigentengarde zählt. Bei
»Così fan tutte« steht einer seiner späteren
Nachfolger amPult,
Nicholas Carter
, Assis-
tent von GMD Simone Young. Der junge
Dirigent verlässt imSommer die Hansestadt
in Richtung Berlin, wo er seine erste Kapell-
meisterstelle an der Deutschen Oper antre-
ten wird.
| AC
Hamburger Ensemblesänger in »Don Giovanni« und »Così fan tutte«
Z
OPER
Repertoire